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Dankbar für die Entlastung

Monika ist Kundin der Abgabestelle Rheinfelden. Die aufgeschlossene Mittfünfzigerin erhält ihre Tischlein-Kundenkarte auf der Gemeinde. Bis heute ist sie der damaligen Mitarbeiterin dankbar, die sie vor fünf Jahren auf die Lebensmittelhilfe im Ort aufmerksam machte.

Montagnachmittag an der Abgabestelle Rheinfelden: «Georg» das grösste aller Tischlein-Fahrzeuge liefert bereits die geretteten Lebensmittel im Hugenfeldschulhaus an. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie führt das Freiwilligen-Team die wöchentlichen Lebensmittelabgaben mit einem ausgeklügelten Sack-Depot-System über ein Fenster durch.

Eine der Kundinnen, die den persönlichen Kontakt bei der Abgabe vermisst, ist Monika. Die Mutter einer 15-jährigen Tochter kam der Liebe wegen vor acht Jahren nach Rheinfelden. Ursprünglich stammt sie aus Zürich. Dort ist sie aufgewachsen und erlernte den Beruf der Pflegefachfrau. In der sozialen Tätigkeit geht die Mittfünfzigerin auf: Nach vielen Arbeitsjahren in Altersheimen, bei der Spitex, in der Paraplegie und in Behinderteninstitutionen zog es Monika weiter und sie fand ihre Berufung in der Betreuung von Menschen im privaten Umfeld: «Es ist für mich erfüllend, Menschen in ihrem Zuhause betreuend unterstützen zu können. Die Angehörigen wissen, dass sie sich auf mich verlassen können.» Auch in ihrer Liebe zu Tieren äussert sich ihre soziale Ader, denn in der Freizeit ist sie liebend gern für ihre Katzen, Vögel und Meerschweinchen da.

Tischlein-deck-dich-Kundenkarte dank Gemeinde
Als Monika vor 15 Jahren schwanger war, verliess ihr Ex-Mann die Familie. Für die Frau war es unmöglich, plötzlich alles allein zu prästieren. Grosse Unterstützung erhielt sie von ihrer Familie, wofür sie bis heute sehr dankbar ist. Auch der Umzug aufgrund einer neuen Partnerschaft von Zürich nach Rheinfelden war beschwerlich. Vor allem, als die neue Liebe in die Brüche ging: «Meine Tochter und ich kannten niemand und waren auf uns gestellt. Inzwischen haben wir aber guten Anschluss gefunden.» Dazu kam, dass die 30 Jahre lange Arbeit im Pflegebereich Monika gesundheitlich anhängt und sie bis heute belastet. Aufgrund ihres Gesundheitszustands verlor sie ihre Stelle. Die Unterstützung durch die Sozialhilfe bringt zwar Entlastung, doch es reicht nicht für alles.

Auf der Sozialhilfe erhält die 56-Jährige auch ihre Tischlein-deck-dich-Kundenkarte. Eine Mitarbeiterin der Gemeinde machte sie vor fünf Jahren auf das Angebot im Ort aufmerksam. Monika ist sehr dankbar für den wöchentlichen Lebensmittel-Zustupf, schätzt das Angebot und pflegt Kontakt mit der ein oder anderen Person. Trotzdem, zu Beginn war der Tischlein-Einkauf nicht vorurteilsfrei: «Ich empfand ein enormes Schamgefühl, gesellschaftlich so weit gesunken zu sein. Doch mit der Zeit begann ich immer mehr, die Kontakte und das Angebot von Tischlein deck dich als etwas Positives zu sehen. Ich bin für die Entlastung unendlich dankbar.»

Blick in die Zukunft
Für die Zukunft wünscht sich Monika gesund zu bleiben, eine Anstellung zu finden, um weiterhin unterstützungsbedürftigen Menschen helfen zu können. Ihr grösster Wunsch gilt aber ihrer Tochter: «Sie soll einen eigenen guten Weg gehen können. Ich bin sehr stolz auf sie.» Wie Monika verrät, möchte auch sie, genau wie ihre Mutter, im Pflegeberuf Fuss fassen und absolviert demnächst ihr erstes Praktikum im Pflegebereich einer Einrichtung für Behinderte.

Sind auch Sie in eine Notsituation geraten? Setzen Sie sich mit einer unserer 1300 Sozialfachstellen in Verbindung und beantragen Sie eine Bezugskarte. Die Ausstellung erfolgt nach situativer Abklärung. Die Sozialfachstellen finden Sie nach Kanton unter diesem Link.

Den gesamten Bericht finden Sie auch in unserem Geschäftsbericht.