Hilfe, die einen Unterschied macht
Die Lebensmittel, die sie jede Woche bei Tischlein deck dich erhält, sind für Neila* eine grosse Hilfe. Als geschiedene Mutter von zwei Kindern befindet sie sich in einer schwierigen finanziellen Lage. Um diese zu meistern, hat sie sich zwei Eigenschaften zu eigen gemacht: Mut und Freundlichkeit.
Wir sind in Bern, es ist Montagmorgen. Die Lebensmittelverteilung durch die Freiwilligen von Tischlein deck dich hat vor einer halben Stunde begonnen. Rund 60 Familien bekommen heute Obst und Gemüse, Brot, Tiefkühlfleisch sowie verschiedene Schokoladen und Snacks, die Tischlein deck dich vor der Verschwendung gerettet hat. Neila* nimmt sich einen Moment Zeit, um unsere Fragen zu beantworten, und setzt sich hin, um über ihr Leben zu erzählen. Sie ist 2012 aus Nordafrika in die Schweiz gekommen, spricht Französisch und Deutsch. Sie ist mittlerweile geschieden, ihre Kinder sind 3 und 13 Jahre alt. Neila kombiniert verschiedene Einkommensquellen, um ihren Lebensunterhalt und die Erziehung ihrer Kinder zu bestreiten: Sozialhilfe, eine Teilzeitstelle in einem Süsswarengeschäft und die Lebensmittelhilfe von Tischlein deck dich.
«Wir erhalten hier manchmal auch teure Produkte, Getränke, Schokolade, heute zum Beispiel Kirschen. Im Laden könnte ich mir diese Lebensmittel, über die sich die Kinder zu Hause freuen, nicht leisten.»
Eine unverzichtbare Ergänzung
Neila ist seit fünf Jahren Kundin bei Tischlein deck dich. Eine Freundin hat ihr von diesem Angebot erzählt. Die Kirchgemeinde ihres Quartiers hat die Kundenkarte ausgestellt, mit der sie das Angebot in Anspruch nehmen kann. Sie kommt jede Woche. Mit den Lebensmitteln, die sie hier erhält, kann sie etwa die Hälfte des Bedarfs ihres Haushalts decken. Was sie besonders schätzt: «Wir erhalten hier manchmal auch teure Produkte, Getränke, Schokolade, heute zum Beispiel Kirschen. Im Laden könnte ich mir diese Lebensmittel, über die sich die Kinder zu Hause freuen, nicht leisten.»
Neilas Leben ist nicht einfach. Sie zieht ihre Kinder alleine gross und arbeitet als Workingpoor in einem Laden. Abends ist sie manchmal ziemlich müde. Aber sie beklagt sich nicht. Wenn sie sich an der Abgabestelle von Tischlein deck dich umschaut, empfindet sie vor allem Dankbarkeit: «Ich komme gerne hierher. Die Leute, die uns empfangen, sind nett. Die Atmosphäre ist positiv und angenehm. Wichtig ist auch, wie man miteinander redet und sich ansieht. Ich fühle mich hier wohl und respektiert.»
Neila steht auf und verabschiedet sich. Sie geht mit den schweren Säcken voller Lebensmittel, die sie erhalten hat. Zurück bleiben ihr Lächeln und die Kraft ihrer Freundlichkeit. Das sind ihre stärksten Trümpfe, um den persönlichen Lebensweg zu meistern.
*Name geändert